Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 22, No. 50, Ed. 1 Wednesday, December 19, 1906 Page: 2 of 8
This newspaper is part of the collection entitled: Oklahoma Digital Newspaper Program and was provided to The Gateway to Oklahoma History by the Oklahoma Historical Society.
Extracted Text
The following text was automatically extracted from the image on this page using optical character recognition software:
tvcidtcnbe Elntwort gibt. lut er cö
nidjt, so i’cvlicrt er ben .tpiyibel unb fein
©eftcl)ett wirb bebroht. Ta« Urteil
ber ©cfdjäjtöivelt mürbe il;ii vielleicht
freifpredjen, ober ba« äitbert bie Sacht
nicht. 'Wir haben hier jtvei bebeutung«;
volle latfochen ;u beachten. Erstens,
wenn ©ott Teilhaber unseres ©efchäfle«
ist, so hoben wir anbere al« weltliche
©eiche ju beachten. Unb jweiten«
bürste biefer fpejielle Verlust ben Anfang
unseres ©rfolge« bilben. ©in« ist
(ebenfalls sicher: wenn wir im ©e|'d)äfi
nicht sonnen erfolgreid) fein auf ber
©runblage unserer besten ©rfenntni«
unb in Übereinstimmung mit bem Worte
©ottes, so ist ber ©rfolg in fvldjem ©es
jd)äft ba« grösste Ungliicf, bas un« be;
gegneit tonnte. Unbescholtene ©hrlidj;
feit ist ber EiettuiigSanfer in allen ©e-
fchfiftSangelegenheiten. Sift unb 33cr=
fdnvicgenfjeit finb bagegen geheime
©triefe, bie uns ins ©erberbett riehen.
Wir laufen feine ©efal;r, wenn wir
gerecht banbeln; aber wir sehen alle«
aufs Spiel, wenn wir weniger tun.
Tie scheinbare ©efahr, wenn wir recht
tun, ist nur bes Teufel« ©emül)en, un«
um ©otteS ©egeu ;u betrügen.
Tiefes gilt uns allen, bettn in einem
gewissen Sinn finb wir alle ©cjchäftS;
Leute. Wir Itobett alle ein unb ober
mehr erhalten, womit wir wuchern
sollen. Ta fragt es sich nun, ob wir
gewissenhaft honbeltt, ober ob wir eige;
nes .Kapital itt« @efd;äft bringen. Tun
wir letjtcres, so laufen wir ©efahr.
Tie Alinber ©ottes finb ba« Salj ber
©rbe, aber sie finb audt eine Zuchtrute
ber ©ottlofen. Zhr he>Kger ©anbei
straft sie über ihr unlautere« Treiben,
©ic fiichcu lieber geheime ©läfce auf
uttb sehen e« ungerne, wenn anbere in
ihre ©efellfdjaft fomiiteit,' bettn bie
©cgenwart eine« gnnmmm vertreibt
ihre ©cherje. ©« ist auch fehr 8ut 5U
fühlen, baff man bafclbft nicht gewünscht
wirb, unb ist bann ein Zusammentreffen
tmoermeiblidi, so fommt man leid;t an
bie Frage, wie man sich verhalten soll.
©oll mau bas Sicht eine« frommen Se;
ben« leuchten lassen, ober soll man auf
halbem Wege eittgcgcnfommen? Tiefe«
Vettere bebarf feiner befoitbercn Ein;
ftrengung, ist aber feljr gefährlich.
Turch eine gleichgiltige Unterhaltung
samt matt allen ©influß verlieren unb
allen Üiefpeft einbüßen. Unb bann ist
man ein entwaffneter üJtann. Tie lose
©efellen werben steh mehr scheuen,
in unserer ©egenwart ihr leichtfertige«
©efchwäh fortzuführen, unb somit finb
wir allen Eingriffen auSgefefct. Tage;
gen ist ein ernste«, fromme« Sehen unter
allen ©erljältniffen ein sicherer ©cf)ufc
gegen Seidjtfertigfeit in unsrer ©egen;
wart. Unb warum erniebrigt tnan sich
so oft unb gibt sich b« losen ©efellfhaft
preis? ÜJlan will nicht anstößig fein.
Aber fobalb bie ©laubigen sich fürchten,
burch ein heiliges Sehen unangenehm ju
werben, gerabe fobalb werben bie Un;
gläubigen ihnen jum ftasi gereichen.
Zubern ist biefe« eine Versehrte Einsicht.
Tie Welt erwartet von ben ©laubigen
ein fromme« unb ernste« Seben. Tie
©efahr liegt bal;er bartn, baß wir ju
große üiachstcljt, ganj Versehrte ©efchei;
benheit üben, unb nicht barin, baß wir
unbewegt unser Z«l verfolgen.
Sagt un« biefe« auch auf unsre Elrbeit
in ber ©onntagfdjule unb im ©rebigtamt
anwenben. Ta wirb eine manche Elrbeit
ju allgemein getan. ÜJtan fürchtet, baff
man bem ©<hüler ju nahe fomnten wirb.
ÜJtan macht alle Elnroenbungen nur für
anbere, bamit man ben Spület nicht
abfehreefe. EI ber wie sieht biefer bie
Elrbeit an? Ter ©chüler weih sehr gut,
woju ber Sehrer ba ist; er erwartet, baß
biefer unt fein ©eelenheil beliimmert
fei, unb er erfenut e« al« be« Sehrer«
Pflicht, mit ihm über ©ivigfeitöfragen
ju sprechen. Wo liegt nun bie ©efahr
für un«? Unb finb wir mehr besorgt,
baß wir ben ©chüler in ber Atlasse hol'
len, al« baß wir ihn für beu Fimmel
gewinnen?
Ter ©rebiger h«t ähnliche Atäinpfe.
©r fühlt abhängig von feinen Zuhörern,
unb baljcr ist er bemüht, ihnen etwa« ju
bringen, ba« ihnen gefällt. ÜJtan be-
ginnt für ba« Chr ju prebtgen unb lägt
ba« #erj unbeachtet. ÜJtan tvudjert
nidtt mehr mit bem anvertrauten ©fun;
be, fonbern bringt eigene« Kapital in«
©efchäft. ÜJtan ist nicht mehr besorgt
für ©otte« ©ftre, fonbern nur für eige;
nett ütuljin. Toch wie stehn bie Sachen?
Wie gefällt un« ber Tausch? Tenn
bamit bieut man nicht mehr betn .sperrn,
fonbern ben üJtenfchen. ©ö ist aber
besser, vorn £errn abhängig ju fein, al«
von ÜJtenfchen. Ter ©rebiger ist nicht
verpflichtet, bie ©efühle feiner Zuhörer
ju schonen; aber er ist gegen ©ott unb
ÜJtenfchen verpflichtet, ba« Wort be«
.sperrn flar unb unverfälscht ju verfiin;
bigen. TaSfelbe wirb aber verglichen
mit einem scharfen jmeifchiteibigen
Schwert, unb baher barf e« un« nicht
wutibern, wenn eS unter ber ^Prebigt
Wunben gibt. Solange wir ba« Wort
be« .sperrn rein unb lauter oerfiinbigeit,
bürfen wir unbesorgt fein. Wo liegt
nun für ben ©rebiger bie ©efahr?
Tariu, bah er tvanfenb wirb unb betn
©efch bie.Spifcc bricht, unb nicht bariu,
bafe « ba« Wort be« #errn mit feiner
ganjen Schärfe reben läßt.
Tiefe« finbet Elnmetibuiig auf alle
ftinber ©otte«. Wir machen oft einen
Unterschieb jtvifchen ben ©rebiger unb
ben Saien; aber bie Welt verlangt von
beiben ein Seben in #eiligfeit unb ®e;
rechtigfeit. Tiefe« ist ber eiujige rieh;
tige Weg. Wenn wir einen Vertrag
mit ber Welt abschieben wollen, werben
wir stet« bett Äürjern jiehen unb für
Zeit unb ©wigfeit ©efahr laufen. Ütur
ein entfehiebene« Seben für ©hriftum ist
ein sichere« Seben, unb biefe« sönnen
wir hoben ohne un« ben ©efahren be«
weltlichen Treibens auäjufefcen.
Ütach einer ^Berechnung be« ÜJliffion«;
ftatiftifer« üteo. Tennis gibt e« jur
Zeit 482 ©ibelüberfefcungen. ©on bie;
fen finb jeboch manche veraltet (4ö); von
vielen finb auch erst einjeltte biblische
©ücher vorhottben (254), ba« ganje
üteue Testament ist in 127 Sprachen,
bie ganje ©ibel in beren 101 gebrudt.
©in Pastor in Sibirien schreibt:
„Wir brauchen e« un« nicht ju verhelf
len, baß eine' tiefe religiöse Bewegung
burch unser ©olf, befonberö bur<b bie
Zugcnb geht. Fast atemlos vor ftreube
sieht man, wie junge ÜJtäuner unbÜJtäb-
<hen std» ganj auf ben Elitär ©otte«
legen unb ihm ihr Seben weihen. Tie
.Konferenj ber ©bristen, bie sich ©apti;
fteu nennen, inCniöf war eine herrliche.
Kein ©ebäube ber ©tabt war groß ge
nug, bie nach betn Worte ©otte« Eier;
laitgcnbett ju fassen. Ta« Theater,
welche« schließlich gemietet würbe, war
feit feinem ©eftehen noch nie so voll ge;
wefen. Tie ©lieber unserer ©emeinbe
sammeln std) allabenblich jum ©ebet
um ben ^rieben unb bie Wieberherftcl;
lung ber Orbnutig in Dtußlanb."
©ott ben beutfdten ÜJtiffionägefell;
fdjaften besassen sich bi« jefct außer ber
©oßnerfd)en üJiiffioit noch bie ©riiber=
gemeittbe unb bie bcutfd^oftafrirnuifd)«
ÜJiiffion mit ber Elrbeit an ben Elu«;
fähigen. $n ©alur (Znbiett) bürsten
bie üJJiffionnre ber ©chleöwig ^olftei;
nifchen üJiiffioitögefellfchaft am 12.
ÜJcärj b. % unter ungeheurer 53eteili;
guug ber IBehörben unb ber SBevölfe*
ruttg bett ©ruitbftein ju einem Elu«;
fähigenafpl legen? Elud) ist ber im
Zahre 1888 von ber Ütheinifchen jDJif;
fion nach £uitgfuu in ©hina gefanbte
Tr. 3* Atüf)ne, ber eine gefegneteTätig’
feit bafelbft entfaltet, mit ©ifer be;
strebt, bie EJollenbuiig eine« gleisen im
E3au begriffenen Institut« ju förbertt.
schließlich beabsichtigt auch SBafeler
üJtiffiottSgefellfchaft in iBettigcri (©üb;
maharatta) in Cftinbicit bie ©riinbung
eine« EluSfähigettafpl« uub ist Tr. ül.
Zerwed bereit« mit ber ©rlebigung ber
nötigen EJorarbeiten betraut worbeu.
Tie ©vangelifche 3<ntral ; Traftat;
©efellfchaft für ©b»1“ besteht jeht 30
Zahre unb hat jährlich in ben legten
Zähren 2 500 000 Traftate verteilt.
Ter burch bie ©lätter gewirfte ©egen
wirb einmal erst in ber ©wigfeit offen;
bar werben. S8orJ 10 Zab«n J* 33-
sammelten sich ‘ine Heine Elnjahl
gläubiger ÜJtänner, jeber übernahm eine
bestimmte ©ruppe von Törfern in bem
Tiftrift, wo sie wohnten, oerteilte bort
Schriften unb verfünbete tn einfachster
Weife ba« ©vangelium. Z«ht hat ber
bamal« h«tbnifd)e Sanbftrid) 45 Kirchen
unb 1800 getaufte ©haften, bi« eine be=
beutenbe Summe ©elbe« für beu Unter;
halt von ©vangelifteit unb Atapellenbau;
ten aufbringen.
Tie Elmerifanifche ^Bibelgesellschaft
barf, bans ber greigebigfeit ber Atirdten
unb etnjelner ©eher bie« Zahr ohne
©chulben beschließen. Elber sie bebarf
fortgefehter Unterftühung, ba sie nicht
über grosse Üteferoefonb« verfügt, beren
Zinsen jur Fortführung be« Werf« h«n;
reichen, ©i« jum Schluß be« ©e;
fchäftsjaljr« am 31. ÜJJärj 1907 erfor;
bem bie Elgettturen in Weftinbien,
üJtittelamerifa unb ©anama, ©rafilien,
ben Sa ©lala Staaten, ber Türfei,
Etegpplen, Siam unb Sao«, ©hina,
Zapan, .Korea uub auf ben ©h'Hppi|,en
einen Zufthufe °on *147,500. Tarin
finb also bie ©cwiUigungen für bie
Sänbcr, in betten sich f*ine Elgettturen
beftnben, nicht eingefchloffeii.
Plumeit 6«r ttMft*.
EU« idj vor mehreren fahren mit
einer lieben Tante burch bie mflfteu
Tütien ber mecrutttraufdjteit Znftl
Üforberttet) wanberte, fanb ich fyitf uub
ba fleine, lieblich« ©(unten. Wäljrenb
id) sie sammelte, sagte ich J11 meiner
©egleiterin: „Sehen Sie, ttuch tie
Wüste hat ihre ©lumen!"— „Z«h *>anfe
für bas Wort," sagt« sie, benn sie ver;
staub ben gleichuieartigen Sinn meiner
Ütebc, sintemal sie aud) burch bürre
Wüsten hatte wanbern müssen. Ellfo
sie sagte „ich banse," unb fügte h>nAu:
„ÜJtan muß fidj aber biiefen, um biefe
©lümlein nur ju sehen, unb noch tiefer
bücfcit, um sie ju pftücfen." ütun tvar
es an mir, „ich banse" ju sagen. Unb
bas werben hoffeittlid) bie lieben Sefer
auch verstehen. Tie Wege schwerer
Selbstverleugnung, fchmerjlidter ©nf;
behrungen, ©djmevjett unb ©ebulb«;
proben nennt bie ©ibel: Wüftettivcgc.
Elber hoch soll bie Wüste nicht ohne
©lunten fein. „Zeh will bich in eine
Wüste führen unb freunblid) mit bir
reben," spricht Z«h°vah. ©r will tut«
burth ferne befonbere ©legenwarl bie
©ittöbe junt fröhlichen ©estlbe machenj
Elber freilich, bie ©lunten ber Wüste
finb ganj eigentümlicher Elrt. ÜJtan
muß sich bücfen, um sie ju sehe»- Etur
ein gestillte«, gcbemüligteö, gebeugte«,
gottergebenes ^terj merft etwa« von bett
stillen Segnungen, Sid|tftrahlen unb
Freubenquellen, bie ©ott gerabe ben
Wüfteiuvanbererii bereitet hat. Ter
ftolje, trotjige ©eist, ber aufbegehrt
gegen ©ott uttb nach «ig«»rm Kurse
steuern will, sieht sie gar nicht, unb ob
er sie sähe, so verachtet er sie. ÜJtan
muß sich bücfen wollen; bann finbet
man auch, baß biefe ©lümlein ganj
befottberen Tust, Schönheit uttb @e;
ftalt haben, unb was ba« beste ist, sie
finb haltbar. Zst weint bu sie recht
pflegst, so blül;en sie hinüber au« ber
Zeit in bie ©wigfeit unb oerlaffen bich
selbst nicht in ber Stunbe, wo Seib unb
Seele verschmachten müssen.
(Funde.)
(Dflahema, $oofer, li. Tej.
'Werier „Zionsbote!" ©erid)te hiermit
bafe h‘et nod) alle« feinen Fortgang hat;
bie Seute schaffen noch immer sehr im
Felbe mit Futter, unb wer am ©auen
ist, ber baut fleißig, bentt wir haben
jeht jietnlich schölte Witterung, ©ei
©ejehw. Z- ©otl;« finb noch immer
Krause, bie l. Schwester mußte sich auch
legen unb liegt auch noch Hanf barnie;
ber, objwar eS bessert, ©efchw. #. S.
©oth« finb noch immer auf ©efuch im
östlichen Oflahottta. Sie wollten bie
Woche vor Weihnachten nach -Dause
fommett.
Siebe ÜJlutter, ÜJtuntau, Üiußlattb,
haben ©uren ©rief erhalten unb auch
beantwortet, habe bett „Zionsbote" für
Sie bestellt unb auch befahlt, wünsche
glücflid,e Weihnachten. ©« geht un«
hier gut. Wir finb jufrieben. üJluß
noch berichten, baß wir vorigen Sonn;
tag ben 8. Tej. auf ÜÄiffionögefchwiftrr
©..Wieben warteten, aber sie finb
noch ui<ht ba. ©rüßenb verbleiben wir
©ure ©efchwifter im #errn
. W. F- © w«r t.
Upcoming Pages
Here’s what’s next.
Search Inside
This issue can be searched. Note: Results may vary based on the legibility of text within the document.
Matching Search Results
View one place within this issue that match your search.Tools / Downloads
Get a copy of this page or view the extracted text.
Citing and Sharing
Basic information for referencing this web page. We also provide extended guidance on usage rights, references, copying or embedding.
Reference the current page of this Newspaper.
Schellenberg, Abraham L. Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 22, No. 50, Ed. 1 Wednesday, December 19, 1906, newspaper, December 19, 1906; (https://gateway.okhistory.org/ark:/67531/metadc943841/m1/2/?q=%201906: accessed June 6, 2026), The Gateway to Oklahoma History, https://gateway.okhistory.org; crediting Oklahoma Historical Society.