Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 22, No. 12, Ed. 1 Wednesday, March 21, 1906 Page: 3 of 8

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2tnf)l«ltt, in Nüdenau, falbst,
'©ollost starb am 7. 3»br. AO lll)r
morgen« ©r. 3oh- Sriefen, ©ater be«
©liff. 3(br. Briefen, 71 Bahre all. A*r
gehörte ju ben älterm Babrifbesibern
au« unserer ©litte. Bh1« g«hän< nänt»
lieb in ber .Kolonie ©inlage am Dnjepr
eine bebeutenbe Jabtif lanbwirtfd)aft;
lieber ©lafd)ineit unb ©eräte. 3« ber
allgemeinen .Krisis in unserer ©efchäftS;
melt oor ungefähr 7 34«« sonnte «neb
er, inbem er oiele 3luftenstäiibe ^attc,
bie niebt eingingen, feinen ©erpflid)=
tungen niebt mehr naebfommen. ©t
rief bann feine ©läubiger jufammen
unb stellte sieb ihnen jur Verfügung,
dieselben hatten aber ©ebulb mit ihm,
so bafj er fortarbeiten sonnte. 3(1$
bann später toieber bessere Seiten ein=
traten unb oon ben 3(ujjenftänben mehr
einsam, als er je ermattet hatte, sonnten
feine ©laubiger ooPftänbig befriebigt
werben, ©egen mangelnber ©efunb;
heil oerfaufte er aber bie J-abrif weit
unter bem eigent id>eit ©ert. ©lif»
stonar 3lbr. Briefen, weither eine« £>erj=
leiben« wegen in biefer Beit oon 3«bi*n
juriicfgefel)rt war, baute nun für bie
alten ältern in Nücfenau ein i£>au«.
Durch einige sich mieberholenbe Sd)lag;
anfülle war er in ber lebten Beit nad)
Körper unb Seist gebrochen.
©r. 3. Briefen Diente neben feinem
trbifthen ©eruf auch eine lange Neihe
oon fahren al« ©rebiger be« ©oange;
Hunt« unb nahm als solcher eine ge;
segnete unb geachtete Stellung ein.
pr Sweete best Meines ©otteS unb ber
allgemeinen ©ohltätigfeit l)atl£ er
immer eine offene H°«b Der H«rr
hat ihn, welcher ganj arm anfing, auch
reichlich gesegnet. ©« finb aber auch
oiele unb sehr ernste Stürme über fein
stäupt gegangen. Beb* hslt cr übeti
wunben unb ruht aus oon feinen
©erfen. (Briebenft.)
*. Dolton, H. ©lärj.
©ie ich <«* oorigen bericht erwähnte,
erwarteten wir ©r. H- ©oth jum 25.
Bebr., um unter uns eine für je Seit
für ben Herrn ju wirfen. ©r unb Sr.
Bohann Hooge famen am 21. in ©arfer
an unb so hatten wir Donnerstag unb
Breitag oormittagS ©ibelftunbe unb
abenbs ©erfaininlung bei ©r. ©eter
Slbrian im ©erfammlungShaufe. (SS
waren Stunben beS Segens, in welken
wie ©liefe in bie tiefen ©runbwafirhei;
ten beS ©oangeliuinS tun bürsten. B4>
hatte baS ©orrecht mit ©r. H°oge bei
aUen ©efchmiftern (bei ©arfer) eine
furje Seit ju oermeilen. Sonnabenb,
ben 24. fuhren wir nach Siloet Safe,
wo Sonntag eine grosse ©erfammlung
jufammen fam unb wir reichlich gesegnet
mürben. ©tontag, Dienstag, ©litt;
tu och unb Donnerstag hatten wir oor;
mittags unb nachmittags ©ibelftunben
unb abenbs 3lbenboerfammlungen. 3luS
oerfchiebenen ©enieinben beteiligte man
sich an biefeit Stunben unb ohneSweifel
hat jeber oon uns ben @ntfd)lufj gefasst
fein Sieben mehr bem #errn ju weihen
unb treuer in feiner Nachfolge ju wer:
ben. ©ollen nie oergeffen, baß
©otteS ©ort nur bann feinen Bwecf an
uns erreicht hat» wenn c8 *« u«fet
Sieben eingreift unb baSfelbc umgestaltet
nach bem ©orbilbe 3«fu- ©ollenTäter
bes ©ortS werben! Habe oergeffen ju
erwähnen, baft Sonntag abenb eine
©erfammlung in Breeman in ber Äird)e
bes SHeo. H« 31. ©achmann abgehalten
würbe. Bteitag morgen fuhren bie
©rüber oon Dolton ab, um ju Sonn;
tag jur .r>auptDerfammlung baheim ju
fein. Der H*rr segne alle ©ottesfin-
ber! Slil ©rubergruft
ffi. B- ©eftoater.
Kaitfa*, Tantpa. 3lm 18. ©lärj
4 Uhr nachmittag würbe bie entseelte
Hülle bes fast brei ©lonat alten Tochter;
leinS unserer Breunbe H- ©. unb ©til'ie
Unruh auf bem Kolumbus Briebhof ju
feiner lebten Nüsse gebettet, ©rebiger
Schmibt sprach einige ©orte über 3*r.
17, 5: „So spricht ber £err." B« es
ist oftmals eine ernste Sprache, Doch ist
es biesmal eine (oefenbe Stimme beS
guten Hirten, bie bie betrübten ©Item
unb uns alle ju sich in ba« Slanb ber
©onne gieren möchte, wo fein Schinerj
unb Tob mehr fein wirb. Der (^hor
fang noch baS ichöiie Sieb ‘ W'ere «oin#
hörne” u. f. w. ©S war mir, als ich
bie Meine in ©lumen gehüllte Reiche mit
ihren jarten für immer geschlossenen
Sippen jum lebten mal ansah, als wenn
sie noch öftersten:
ißater, wenn bie ©tutter fraget
10 o ist unser Vicbting hin ?
'Kenn sie roetnet'unb bir flaget,
3ag, bah ich im Fimmel bin.
©tutter, wenn ber ©ater weinet,
Irocfue ihm bie Iränen ab.
©flanjet, wenn bie Sonne scheinet,
(»ine ©lunte mir aufS ©rab.
3luf obigem ©olumbuS Briebt)of
schlummert eine ©lütter mit ihren brei
Kinberdsen unb warten sie wohl in beS
Paters oieleit ©ohnungen, baß auch
ber ©ater heim fomnten möchte! 3l(S
Sierbe unb liebenbent 3lnbcnfen hslt
man auf ihren ©räbetn in @laS©e;
hälfet ©lumen unb Sträufje gestellt.
Sie haben schon manchen Sommer unb
©intet bagestanben, boch hst6e« sie noch
immer baS frische, natürliche 3luSfeh«n.
©. 31. Schmibt.
©lallort), 18. ©lärj.
Da ich bett 3luftrag besam, oon h'«
etwas ju berichten, so will ich solches
oetfuchen ju tun, objwar schon etwas
spät. ©it besamen hier lieben ©efuef)
oon ben ©r. 31. 91. fiebert unb ©t.
©I. Buft. Sie famen ben 23. Bebt.
her unb somit satten mir abenbs noch
3lbenbstunbe, wo beibe ©rüber im
Segen sprachen. Sonntag, ben 25.
Bebt. oerfammelten wir uns toieber unb
nach bet Sonntagfehute morgens biente
©r. fiebert uns mit bem ©orte ©ot;
teS unb sprach über bie ©orte „Dieser
nimmt bie Sünber an unb iffet mit
ihnen.H 3«, wir hn6en »irfli^ eine«
guten ^»eilanb, ber auch uns ange;
notnmen h«t «nl» bereit ist auch noch
anbere anjunehmen; möchten eS nur
noch oiele glauben. 9lm Nachmittag
sprach ©r. Baff «ber B»h- 3» bag ber
©lenfch müsse oom Neuen geboren
werben unb baS aus ©affer unb ©eist.
©S war mir wichtig, wie auch selbst
NifobemuS, ein Oberster unter ben
Buben, eS wagte ju 3«fu J« fomnten,
unb wenn auch bei ber Nacht, (lieber
£ef«r, ber bu 3*f»m noch «4* gefunben
haft, mache bich auf unb sonnn, sonnn
grab ie&t ju ihm, benn was oom Bleiicl)
geboren wirb, baS ist B(cif<h> ««b sannst
auch bu nicht anberS selig werben, als
burch bie ©iebergeburt.
Sonntag abenb sprach ©r. fiebert
im Schulhaufe in englischer Sprache
über baS Mberwinben, befoubers in be:
jug auf ©liffion im {teibenlanbe. ©ir
hatten somit auch h«r i« ©*aoer ©o.
einen Tag reich au ©lücf unb Segeu
oerlebt. ©tontag, ben 20. fuhren bie
©rüber ju ben ©efchmiftern bei £oofer.
©r. B«ft fant ben 3. ©lärj wieber ju=
rücf unb wir hatten abenbs nod) ©es
meinbeberatung, welche ©r. B«ft leitete,
©ir sagten uns als ©enteinbe ju=
fammen unb orbneten baS notwenbigfte.
Sonntag, ben 4. ©tärj oormittags
nachher Sonntagfcf)u(e biente uns ©r.
Buft abermals mit ©otteS 2öort. Nach;
mittag feierten wir noch bas ©ebädjt:
niSntahl unseres ^teilanbeS. ©urben
erinnert, wie sich BefuS für uns am
Stamme beS ÄreujeS bahin gab, mit
uns ju erlösen. O wuitberbar S ©r-
löfungSwerf! Vafet uns ihn wieber
lieben, ber uns juerft geliebt h°t*
'Jlbenbs hatte ©r. B«ftbaS 17. Aapitel
in BohanneS gewählt, welches wir bann
gemeinsam betrachteten. 3$ glaube,
wir würben alle reichlich gesegnet bei ber
©elrachtung biefeS ÄapitelS. ©ir
würben somit auch sl« biefem Nuhetag
reichlich uont lieben ^eilanb gespeist,
ihm bie @h« ««^ ^et ®a«f f«r «ü*
Segnungen. 31. B» Neufelb.
tlölfthvei ant Xvitteniett.
3luS ©an in ber asiatischen Dürfei
schreibt ein SlngesteUter beS „Deutschen
.fcülfSbunb:" „B«h will nur Tatsachen
rebett lassen, Tatsachen, beren 3lugen=
jeuge ich war, unb bie heutiger reben
als oiele ©orte. ©ir besuchten oer=
schiebene Dörfer in ber ©egenb oon
©an. Da lagen in einem $au|e sieben
Ä'ranfe, unb bie übrigen deute waren
erfreut barüber, weil sie nun mährenb
einiger Tage mehr ju essen hatten, ba
bie Äranfen nichts geniefjen sonnten.
3n einem anbern^aufe bestanb ber gan=
je ©interoorrat in jwei ©üitbelchen
ungebrofebenen ©eijenS, ben man nach
ber ©rufe auf ben Bibern aufgelesen
hatte. B« ei«tm ^aufe lag ber ©sann
frans, bie Brau jog bettelnb umher, sie
hatten in ber Not ihren lebten Ochsen
oertauft, unb nun war auch bieS ©elb
aufgejehrt. 3» «i«*m anbetn Dorf
war bas Utenb womöglich nod) größer.
Die meisten ©ewohner waren so man;
gelhaft befleibet, bafj sie überhaupt nicht
auf bie Strafje sonnten. Daju finb
bie Nahrungsmittel in ben lebten Bah:
ren umS hoppelte unb breifac^e gestie-
gen. ©S leben tatsächlich oiele oom
©etteln, aber ber bei weitem größereTeil
sann unb will nicht betteln. Täglich
werben mir flehentlich nicht um 3llmo;
fen, fonbern um Slrbeit gebeten, ©irb
eS uns schon schwer, biefen 3lrmen ni^t
helfen ju sönnen, so ist eS boch noch
entfeblicfjer, bie oielen Äranfeit bem
©lenb preisgegeben ju sehen. B«f°l9*
ber Hungersnot ist ber Hu«9erti)Ph“0
auSgebrochen unb rafft oiele h<«weg.
Unser ^ofpital mit feinen 40 ©etten ist
überfüllt, unb woher sollen mir bie
©iittel nehmen jur unentgeltlichen ©er;
mein« Besserung.
©eil ich belehrte ©Item habe, so
wußte ich, baß ich «*'$ befehreu mußte,
unb so bin ich auch immer jur ©erfamm-
lung gegangen, ©iues abenbs woUteu
wir fingen gehen, es waren Neifeprebi;
ger ba, es hatten fiel) nicht lange jurücf
etliche Seelen belehrt, unb so arbeitete
ber ©eist and) ftarf an meinem .svrjen.
l*in junger ©tuber fragte mid) ob id)
inid) auch befehreu wollte. 3<h sag«
ja. Dann gingen wir beten aber ich
sonnte nicht, so gingen wir benn fin;
gen, mürbe auch ganj froh unter ben
Sängern; sie waren alle befehrt. . 3<h
ging eine Zeitlang immer ju einem juit;
gen ©ruber. £iiie« Sonntags, als id)
nalje bei ber Tür war, fam er aus bem
Stall unb fang ba« Vieb: 3d) will fiir
bich beten. (£s griff mich so an, ich
sonnte beinahe nicht jd)ioeigeu. So
ging id) eine Zeitlang bal)iit ol)ne Trost
unb ohne Nul), aber bie duft biefer
©eil, bie so betrügerisch ist, jog mid)
wieber juriief unb so ging eS immer
tiefer in Sünben.
l^ineS Sonntags als ich *« ber ©er»
fammlung faß, sprach ber ©rebiger
über bie Sdjriftsteüe wo Nool) sollte
eine 3lrd>e bauen, er hält« bie 3lrd)e
nicht allein gebaut unb so wäre eS auch
mit bem Singchor. Nidjt alle, bie ba
hatten gearbeitet, würben erhalten
werben, fonbern bie h'«e*» 9'«9t«-
Das traf auch tnid), ich hsllf 5™nr bau;
en, aber ging uid)t l)i««i«- 3<h fslI«
oon bent ©ebanfeii nid)t mel)r los.
Um eine ©eile jog unser ©efang;
leiter weg unb als id) 3lbfchieb nahm,
oerfprach ich il)«*> würbe mich befel);
ren. ©ir jogen uad) 3lmerifa unb id)
bad)te, jeht wirft bu bich befcljren, jeht
ist cS leid)ter. 3lber als wir erst hier
waren, ging id) wieber bie alten Siin;
benwege. B<h 9'«9 «4* ’« 9ro^e
©efellfchaft, benn ba h“tte ich feinen
©enuß. Bch arbeitete bei ©efchwistern
auf ber B“««*
Delt ersten Herbst fam ©r. Heinrich
g. ©oth i)erf «üb eS würben ©ebetS;
stunben gehalten. Da würbe aufge;
forbert, wer fid) befehreu wollte, ber
sollte aufstehen. So stanb auch 4 sl“s
unb empfahl mid) ber Bürbitte. Die
Seelen welche sich belehren wollten,
blieben noch nach ber ©erfantmlung ba
unb eS würbe noch gebetet unb auch ich
schrie um ©ergebung meiner Sünben.
3lls ich morgens aufwachte, war ich i°
betrübt, jog einen Spruch unb ba hieg
eS: Deine Traurigfeit soll in Breube
oerwaitbelt werben. 34 5°9 noch einen
uub barauf stanb: Dir finb beine Siin;
ben oergeben. Bch sonnte eS auch
glauben, aber ba war etwa« in meinem
Herjen, ba« war mir schwer abjufagen
unb ich würbe wieber fälter unb ging
weiter oom Herrn ab. B4 f'«9 wieber
an ju rauchen, aber ich schämte mich Dor
ben ©rüberit, aber nid)t oor ©ott. Der
©eist hörte nicht auf ju arbeiten. ©S
bauerte noch jwei Bai)«» *>« fslm ^«r
liebe ©ruber 3ohslnn H* «slC^
©infler, eS war im B«li- B<h f«^r

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Harms, Johann F. Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 22, No. 12, Ed. 1 Wednesday, March 21, 1906, newspaper, March 21, 1906; (https://gateway.okhistory.org/ark:/67531/metadc943289/m1/3/ocr/: accessed May 6, 2021), The Gateway to Oklahoma History, https://gateway.okhistory.org; crediting Oklahoma Historical Society.

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