Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 21, No. 44, Ed. 1 Wednesday, November 1, 1905 Page: 1 of 8

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Welforb, Cn«l»Mi, WittM«, I. flfKwkr, 1905.
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(Srhulithcs
llerNMRttir.
Fr« ,\ahrc« fdicuiner idbmu.t ntttwidjt,
Fie Alm wirb taut, bei Walt rtblrid)l,
Per Vöglfiii Vicber jdiwrigrn.
\tu «^ollrofittber. fd)u>fiflrt nidn
Hub laut hinauf u»n ringen Vidit
Fe« .<S*nfii6 Cpter steigen!
»"oll ließ Der »'rbr frucht gebrilj u,
Wir qrrifru tu, mir holen ein,
Wir janiiitrlii seinen Segen,
Vcrr ,\efu, las) uns gleichen AlciH
.In Deiner Viebr, rNuljm mib Preis
‘.Ait {terjensfrrube Irqru.
Wao »"olleo vanb fiit un« gemad)!,
Fas ist nun alle« heimgebracht,
Vat Fad) uitb :Kaiiin qrfiiubcit.
io jainmlf bir tur »"nabrnieit,
C Seele, bao brin {erj bir beul
frir briitc .Krenjeoflunben.
Fenn mir bir frlber öbr fleh n,
Fir Aebel fall uoriiberroeh'n
Hub :Keif ruifärbl bir 'JAatten:
So rnbri alle Vuft brr 'JVtU.
Feo Veben« »"laut unb Kraft jrrfäUi,
SdrnrU ioad)fru friut Schatten.
»*o fallt brr schönsten Aäume Vaub
llnb inifd)t iid) wieber mit brm Staub,
Aon baunrii ta gefommen.
fleh, 'Uirnfch, fei nod) so froh unb wert;
Fu mußt hinunter in bir tfrb’,
Faoon bu bist genommen.
Anbrö, tote über Vanb unb "ANrcr
Fer Störche .Sug, ber Schtoalben .»>eer
Fer (©oiin' eiitstcflriiftrcbetf:
0o lab tu bir bir 0ttle flieh n,
^u beinern i:arabiefe jieh'n,
An beiuer Sonne leben
(Victor 0. Strauß.)
--- i— •
9m 0ekt.
Xa* ©ebet ist eine wunberbare
Macht. 'JAoobp sagte: ^d) will lieber
redst beten rönnen, als alles ©olb in
Alasfa befifjen. A\d) will fiel lieber
Die Mad)t bereit, bett Arm, ber bie
Kelt regiert, in Aewegungju sehen,
ftlö bie .«rotte irgettb eines irbifdfen
Königs tragen. Kas unser Vanb jeßl
braucht, ba« finb nicht große s^rebiger,
fonbern (fristen, bie ju beten oerfteßen.
jd) miinfdje mir lieber bie Äunst, ju
beten toic Xaniel, alo ju reben wie
(Mabriel. '-Kiele (<ljrifteit beten offne
Unterlaß, aber ihre ©ebete finb Traft;
los, weil sie nicht in ber redeten Orb;
itung beten. Sie füllen selbst, baß
feine geistlichen Segnungen auf iljre
(Gebete Ijerabfommen unb baß bie (St;
E)iirung ausbleibt. 4öie fontmt baSV
Koran fel)lt eS? s?luf ein mirTlicheS
®ebct erfolgt immer (Srhörung. (Sd
ist feilte so mähr, als in ben lagen beS
3afobus, baß baS ©ebet beö ©ered)ten
uiel oermag, wenn es ernstlich ist. £
erinnere mich an einen ,\all, ber jidf bei
meinem ersten 2'ejuch in Vonbon im
>hr< 187» ereignete. ,!cb führe ihn
an, weil er ein '.Uetveio oon ber Wacht
be« (Debets ist unb manche jur l(r
mutigung bienen mag, bie uielleicht et
utao jagbaft getoorben finb, meil ihre
©ebete längere Seil feine l^rhorung
fanben.
t^in 'Krebtger ersuchte mich, (i1«0
Sonntag« für ihn prebigen, unb ich
machte mich atn Worgeti auf ben 'Keg.
I?« tuar eine geräumige «irche, unb
oicle Veute waren ba. ^4 »ersuchte, tu
prebigen, aber eo schien harte 'Arbeit tu
fein. (*0 war mir au betn 'JWorgen,
al« ob ich fast gar Teilte «rast hatte.
Ifnblid) war ich fertig, aber bie '-Der*
fantutlung Taut mir alo eine ber fälle;
Iten uor, ber ich je beigewohnt hatte.
Ant Abettb ging ich wieber hin unb
prebigte noch einmal unb hatte benjelben
Cfinbrucf. Alo ich meine Webe geenbet
hatte, tat ich, ,0slö gewöhnlich nicht
tue. ,cd) forbertc aUc, bie sich belehren
moUten, auf, solche« bunb Aufstehen er;
Teuueii ju geben; unb eo stauben so
oiele auf, baß ich meinen Augen nicht
trauen wollte. Wir war, alo ob ein
heiliger Schauer ootn Fimmel auf bie
Aerfammluug h<rabgefommcit fei.
^\ch fragte ben 'Krebiger: ,,©as be;
beulet bnOV" (^r sagte: „xlch weiß es
nicßl." „'Wer finb biefe Veute?" „Ifitt
Feil bauott finb unsere Veute, bie
anberen jinb mir fretnb." 3<h badjte,
e« fei wohl eine uoriibergeheube An;
regung, unb so lub ich biejenigen, bie
©ruft machen wollten, ju einer Aach;
ocrfammlung in einem Aebeufaal ein,
unb es gab ein ©ebränge in bett
©ättgett. ^ch rebele eine furje S«t ju
ihnen unb »ersuchte mir selbst bie wun-
berbare Sjene ',u erflären. Ta (am
mir ber ©ebanfe, es wäre besser, ihnen
'H Stuttbcn S<tt jur Überlegung ju
geben unb bestimmte eine Aerfammlung
auf Wotttag abenb in bemfelbett Saal
für solche, benett eS wirFlid; barau ge;
legen fei, mit betn £)emt in« Aeitte tu
fontmen. Ta id; aber »erfprodjen hatte,
am Wontag abenb in Tublitt ju fein,
so reiste idj beo WorgettS ab. Aber
feßon ant Tienotag morgen telegra-
phierte mir ber ^rebiger uou Vottboti
aus: „«omnte sogleich wieber juriief; es
waren am Wontag abenb mehr Veute
ba, als je juoor." ^ch reifte alsbalb
wieber jurücf uitb blieb jel;n läge bet
ißm. TaS Resultat biefer FJerfamm;
lungett war, baß sich 400 ißerfonett
feiner ©etneinbe aiifdjloffen unb ttod)
oiele an benachbarte ©emeinbett.
Unb nun bie Vöfuttg biefeS AätfelS.
^cß '-ßerbittbung mit jener ©etneinbe
war eine „Aerfthloffene in b.
h- eine Schwester, bie wegen «raiifßeit
beftänbig an bao .t^ano gefesselt unb
aUc FätigTcit in ber t^emrinbe ouftu
geben genötigt war. (f« tat ihr sehr
letb, ba sie gern für ben {lernt gcar
beitet hätte. (?o schien ihr, wie sie
sagte, al« ob ihr alle ©eUgcnhcit, mit»
lieh (u fein, abgeschnitten worben fei,
unb hoch fiel ihr ein, ba« (fine Tonne sie
noch tun, beten. So fing sie an, um
eilte (frweefung für ihre ©enteinbe ;u
beten, bie ihr so fall unb tot vorfallt.
Sie bat ben {terrn, er möchte ihnen
(trwedungoprebiger ^ufenbett. Unb ba
sie irgciibwo oon meinen Aerfamm-
lungen in Amcrifa gelesen ha||(. f°
Tarn e« ihr in ben Sinn, befonbero ba
für ju beten, baß ber {)cn ben (.(»au
gelistcn Woobq au« Amerifa ihnen ju
fenbrn wolle. Tie« war nun mottaie
laug ihr innige« Ailten, obgleich sie
(eine Tiare baoott hatte, wie eo ju
tuege Toinmen sönne. AI« nun au
jenem Sonntag morgen ißre Schwester
oon ber «irche nach {taufe Taut, sagte
sie ju ber «raufen: „ftate einmal, wer
heute bei utto geprebigt hat?" Sie er
wähnte »erfchiebette Aatuen, aber bie
Antwort war: ,,l?« war ber Wr.
Woobt) au« Amcrifa, für beffen
«omnteit bu so lange gebetet hast<"
Sie sprach: „Tao ist eine Ifrhörung
meiner ©ebete, unb ich bin gewiß, es
wirb uns auch ('1' reicher Segen ^u teil
werben." Wan brachte ihr bas Wit
tageffen; allein sie sagte: „Aein, ich
will heute fasten unb anhalten mit
Acten." An jenem Abenb, währenb ich
prebigte, betete sie. Tarin liegt bas
©eheimnio oon jenem wuuberbaren
Aknbel, ber in jener ©emeinbe geschafft
würbe, jener tnerrwiirbigen ©rweefung,
bie erreicht würbe, ©ibt es einen beut;
licheren Aeweis für bie 'Wacht bes
©ebeto ? Unb boch liegt eo in ber 'Wacht
eine« jeben (5 bristen, solche Aefultate ju
erzielen. 'Kir sönnen burd) unsere
Aerfammlungen große Segnungen er;
reichen. 'Kolleit wir in ber rechten
AJeife baruttt bitten'? Tas ist bie
örage.
Aun möchte ich auf einige bejottbere
Werfmale eines rechten ©ebets auf;
merfjom machen.
giir’s erste erforbers e« Ehrfurcht.
'Watt ist heutjutage oiclfad) geneigt, in
einer leid)tfertigen, fchwahhafteu 'Keife
ju beten. Kir sollen nie oergeffen,
wenn w r uns ©ott nahen, baß er ein
unenblich hJ‘l‘9tS Tßefen ist, in beffen
©egenwart selbst bie (Sngel ausrufen:
„{»eilig, heilig, heilig ist ber £err
^ebaotl)." •
^weiten« ist es nötig für ben Aeter
barauf tu sehen, baß er selbst recht steht
»or ©oti. ,\d) bin überzeugt, baß
»iele ©ebete feine (^rhörung sinben,
weil eo mit beut Aclcr selbst nicht recht
steht.
A e I e st b 11 t in (Glauben?
Sie «rast beo ©laubeno erweist sich
auch nach betn ©ebet, inbrm er utto
starf macht, nad) einer gnäbigett Ant;
wort auojufcbaueit. l^in ungläubige«
{>erj schießt in« Alaue unb stimmen
steh nicht baruttt, wo ber 'i*seil hintrifft
ober tuao bao ©ebet erreicht; ber ©lau;
be aber erfüllt bie Seele mit heiliger
Erwartung. Kir ein «aufmann, wenn
er feinen Aerntögcnsstaiit) überschlägt,
ebensowohl bao tn Aedmuttg stellt, was
er über« 'Weer gefanbt hat, al« wao in
feinen {Ȋnben ist, so berechnet aud) oer
©laube, wao er im ©ebet gen {mnrnel
gefanbt unb noch nicht erhalten Uat.
Tiefe feste {toffnung nun, welche Der
©laube auf bao ©ebet bin in ber Seele
erwecfl, tritt in ber berubigeuDcn Kirf;
ung ju Jage, welche sie auf Das {urj
ausübt in ber ^cit jwifdien Dem Au«,
jenben bes ©ebetsfehtffes, Daß ich so
sage, unb feiner Aücffehr mil brr
reichen Vabung, welche ju bnugett es
ausgegangen ist. Tiefe berjstillcnDe
Kirfung ist stärfer ober schwächer, je
nad)bem wie starf ber ©laube ist.
'Wanchmal fontmt ber ©laube mit
hellem SirgeSjubel aus betn ©ebet«;
fämmerlein. Tcr ©laube sann bas
©rbetene, noch (he auch nur ein
Schimmer ber Kahrfdjcinlichfeit für
Sinn uitb Aerftanb sich }figl»
{terjen so wcsettljaf 1 gegenwärtig mad)en,
baß ber (^htist alle seine Sorgen burch
bie Erwartung beo «omtitenben stillen
sann. x)a, ber ©laube »eraulaßt bett
(shristen, ben Tauf für bas ©rbetene
tuand)iual fdjott üorausjufdjicfcn, bcoor
er noch etwa« baoott empfangen hat.
©crabe weil eS au beut Ausschauen
nach ber Antwort fehlt, ist so manches
©ebet oerlorett. Kenn bu nicht glaubst,
baß baS ©ebet etwas wirft, warum
betest bu benu? Unb ist e« bir ernst
mit beut ©lauben, warum erwartest bu
bettn nichts? Tttrch« Arten gibst bu
bir bett Anschein, als vertrauest bu auf
©ott; baburch, baß bu feine Antwort
erwartest, leugnest bu es. Kas ist ba«
attbers als seinen Aaincu uuuüßlich
führen? Vieber Witd)rist, stehe fest ju
beinern ©ebet, inbem bu »oll heiliger
Erwartung nach betn ausschaust, was
bu auf ©ruttb ber Verheißung erbeten
haft. Warbacßai hatte oljne Zweifel
oiele ©ebete für (Ssther emporgefanbr,
uitb baruttt stellt er an beut £or DeS
«öttigS, um ju sehen, welche Antwort
©ott nach feiner Vorsehung auf fein
©ebet geben werbe. £ue bu bes;
gleichen! (AuSgew.)

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Harms, Johann F. Zions--Bote. (Medford, Okla.), Vol. 21, No. 44, Ed. 1 Wednesday, November 1, 1905, newspaper, November 1, 1905; (https://gateway.okhistory.org/ark:/67531/metadc943022/m1/1/ocr/: accessed May 13, 2021), The Gateway to Oklahoma History, https://gateway.okhistory.org; crediting Oklahoma Historical Society.

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